Mobbing unter Hunden

Mobbing gibt es leider nicht nur im Büro oder auf dem Schulhof – auch unter Hunden ist es keine Seltenheit. Doch warum wird ein Hund zum Opfer? Meist trifft es hochsensible oder unsichere Hunde, die von Artgenossen als „schwach“ wahrgenommen werden. Diese Hunde lassen das Bedrängen oft passiv über sich ergehen, werfen sich sofort auf den Rücken (Unterwerfung) und zeigen keinerlei Gegenwehr. Andere Hunde erkennen dieses „Opfer-Schema“ blitzschnell.
Spiel oder Ernst? Wie erkenne ich Mobbing?
Im Gegensatz zum ausgeglichenen Spiel, bei dem die Rollen (Jäger/Gejagter) auch mal wechseln, ist Mobbing einseitig und oft aggressiv motiviert. Es passiert häufig gemeinschaftlich:
- Das Opfer wird gezielt umgerannt, gezwickt oder immer wieder zu Boden gedrückt.
- Der gemobbte Hund wird „gejagt“ (Hetzen), ohne dass er eine Chance hat, das Spiel zu beenden oder eine Pause einzulegen.
- In Gruppen kann eine gefährliche Eigendynamik entstehen: Ein dominanter Hund fängt an, und andere lassen sich zum Mitmachen animieren.
Mythos: „Das regeln die schon unter sich“
Dieser Satz hält sich hartnäckig, wird aber von modernen Verhaltensexperten strikt abgelehnt. Nein, sie regeln es nicht – zumindest nicht gut für deinen Hund.
Unsere Haushunde sind auf unseren Schutz angewiesen. Ein unsicherer Hund, der gemobbt wird, lernt dabei nur eines: „Ich bin hilflos, und mein Mensch beschützt mich nicht.“
Daran erkennst du, dass dein Hund Angst hat und Hilfe sucht:
- Er klemmt die Rute ein, macht sich klein oder legt die Ohren an.
- Er sucht aktiv Schutz bei dir (versteckt sich hinter deinen Beinen).
- Er springt an dir hoch oder bellt ängstlich.
- Im schlimmsten Fall gerät er in Panik und ergreift blind die Flucht – was im Straßenverkehr lebensgefährlich sein kann.
So hilfst du deinem Hund richtig
Wenn du merkst, dass dein Hund bedrängt wird, ist dein Eingreifen gefragt. Warte nicht ab!
- Schutz bieten: Lass deinen Hund hinter dich gehen oder nimm ihn zwischen deine Beine. Du bildest den Puffer zwischen ihm und dem „Angreifer“.
- Abblocken: Fordere den anderen Halter auf, seinen Hund sofort abzurufen. Funktioniert das nicht, kannst du versuchen, den fremden Hund durch selbstbewusste Körpersprache (aufrechte Haltung, Handfläche zeigen, ein tiefes „Hey“ oder „Weg“) auf Abstand zu halten. Vermeide aber hektisches Fuchteln, das könnte den anderen Hund noch mehr anstacheln.
- Situation verlassen: Nimm deinen Hund aus der Situation heraus, bevor sich die Angst festsetzt.
Selbstvertrauen wieder aufbauen
Wurde ein Hund häufiger gemobbt, können Spaziergänge zum Spießrutenlauf werden. Er geht schon mit der Erwartungshaltung „Angst“ vor die Tür. Falsch wäre es nun jedoch, allen Hunden aus dem Weg zu gehen – das verstärkt die Isolation nur.
Der Weg zurück zu einem gesunden Selbstbewusstsein führt über positive Kontakte:
- Suche gezielt Spielpartner, die souverän, ruhig und sozialkompetent sind.
- Besuche eine gute Hundeschule, die „kontrollierte Spielstunden“ anbietet. Hier wird Mobbing sofort unterbunden, und dein Hund lernt wieder Vertrauen.
Unsere tägliche Inspiration sind die besonderen Momente mit unseren Hunden. Hier teilen wir diese Begeisterung und laden dazu ein, auch auf unseren Socials Teil der DOG FIT Community zu werden.
Die Inhalte der Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen nicht die Diagnose oder Behandlung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen auch nicht als eine solche verstanden werden.