Bei vielen Hunden ja. Mit der Zeit werden sie bei der Begrüßung gelassener und können ihre Blase besser halten. Wie lange das dauert, ist von Hund zu Hund verschieden.
Mein Hund macht Pipi vor Freude: Was kann ich tun?
Ein Hund macht Pipi vor Freude, wenn er in einem aufregenden Moment kurz die Kontrolle über seine Blase verliert. Meist passiert das bei der Begrüßung oder beim Spielen, obwohl er sonst stubenrein ist. Dahinter steckt oft nicht nur Freude, sondern auch Unsicherheit. Am häufigsten sind Welpen und junge Hündinnen betroffen, und viele Hunde wachsen da heraus. Du kannst viel dazu beitragen: mit ruhigen Begrüßungen, Geduld und ohne Strafe.
Freude, Unsicherheit oder beides?
- Aufregung: Dein Hund macht Pipi, wenn er sich sehr freut, etwa bei der Begrüßung oder im Spiel. Dabei wirkt er fröhlich und aufgedreht, nicht ängstlich.
- Beschwichtigung: Dein Hund macht Pipi, wenn er sich unsicher fühlt, zum Beispiel weil sich jemand über ihn beugt oder laut spricht. Typisch sind angelegte Ohren, ein geduckter Körper, ein abgewandter Blick, manchmal legt er sich auf den Rücken.
- Beides zugleich: Viele Hunde möchten unbedingt zu dir oder zum Besuch und sind gleichzeitig unsicher. Gerade diese Mischung führt oft zur Pfütze.
Hund macht Pipi vor Freude: Ist das Inkontinenz?
Meist nicht. Bei einer Inkontinenz verliert ein Hund Urin auch in ruhigen Momenten, zum Beispiel im Schlaf oder beim Liegen. Beim Pipi vor Freude passiert es nur in aufregenden Situationen. Macht dein Hund aber auch zu anderen Zeiten in die Wohnung, tröpfelt es öfter oder fängt ein erwachsener Hund plötzlich damit an, lass ihn in der Tierarztpraxis untersuchen. Dort kann zum Beispiel eine Harnwegsinfektion oder ein Blasenstein ausgeschlossen werden.
So hilfst du deinem Hund
- Ruhig begrüßen: Komm nach Hause, ohne deinen Hund gleich zu begrüßen. Warte, bis er sich beruhigt hat, und begrüße ihn dann kurz und gelassen.
- Klein machen: Geh in die Hocke, statt dich über ihn zu beugen. Sprich leise, schau ihn nicht direkt an und streichle ihn an der Brust statt auf dem Kopf.
- Ihn kommen lassen: Lass deinen Hund zu dir kommen, statt auf ihn zuzugehen.
- Draußen begrüßen: Verlege aufregende Begrüßungen nach draußen, zum Beispiel in den Garten oder vor die Tür. Geh vor erwartetem Besuch noch eine Runde mit ihm.
- Etwas anderes anbieten: Übe mit ihm, sich zur Begrüßung zu setzen oder auf seine Decke zu gehen, und belohne ihn dafür.
- Besuch einweihen: Bitte deine Gäste, deinen Hund zunächst nicht zu beachten und ihn dann ebenso ruhig zu begrüßen.
- Selbstvertrauen stärken: Ist dein Hund eher unsicher, helfen ihm ruhige, angenehme Begegnungen mit Menschen, bei denen er für entspanntes Verhalten belohnt wird.
Was du besser lässt
Schimpf nicht und bestraf deinen Hund nicht für die Pfütze. Er kann in diesem Moment nichts dafür, und Strafe macht ihn unsicherer. Das kann das Problem sogar verstärken. Wisch die Pfütze ohne Kommentar weg. Vermeide auch stürmische Begrüßungen mit hoher Stimme, viel Bewegung und Hochheben.
Wann du dir Hilfe holen solltest
Wird es trotz ruhiger Begrüßungen über längere Zeit nicht besser oder ist dein Hund in vielen Situationen sehr ängstlich, hol dir Unterstützung. Eine erfahrene Hundetrainerin oder ein erfahrener Hundetrainer mit Belohnungstraining hilft dir weiter, zum Beispiel bei unseren Partnerinnen von den MARTIN RÜTTER Hundeschulen in Heidelberg und Erfurt. Bei starker Angst ist auch eine Tierärztin oder ein Tierarzt mit Schwerpunkt Verhalten eine gute Anlaufstelle.
Häufige Fragen
Mein Hund macht Pipi vor Freude. Wächst sich das aus?
Soll ich meinen Hund ignorieren, wenn ich nach Hause komme?
Für den Anfang ja, bis er sich beruhigt hat. Danach begrüßt du ihn kurz und ruhig. So lernt er, dass dein Kommen nichts Aufregendes ist.
Mein erwachsener Hund fängt plötzlich damit an. Was tun?
Lass ihn zuerst in der Tierarztpraxis untersuchen. Beginnt es im Erwachsenenalter oder passiert es auch in ruhigen Momenten, sollte eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden.
Helfen Hundewindeln?
Für eine Übergangszeit können Hundewindeln oder Bauchbänder Pfützen auffangen, zum Beispiel wenn Besuch kommt. Am eigentlichen Verhalten ändern sie nichts, das Üben bleibt wichtig.
Quellen
- Horwitz D., Landsberg G.: Dog Behavior Problems: Submissive, Excitement, and Conflict Urination, VCA Animal Hospitals (englisch), abgerufen 2026.
- Gibeault S.: Why Does My Puppy Pee When They Greet Me?, American Kennel Club (englisch), abgerufen 2026.
Pipi vor Freude ist kein Ungehorsam, sondern ein Zeichen großer Aufregung. Mit ruhigen Begrüßungen und viel Geduld wird die Pfütze bei den meisten Hunden mit der Zeit seltener.
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Die Inhalte der Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen nicht die Diagnose oder Behandlung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen auch nicht als eine solche verstanden werden.