Sind Snacks und Leckerlis auch gesund für den Hund?
Kleine Belohnungen sind für den Hund eine wichtige Form der leckeren Zuwendung. Allerdings sind sie scheinbar noch wichtiger für die Menschen, die den Hund halten. Es gibt Situationen, in denen man beim Tier etwas Bestimmtes erreichen möchte, und das gelingt häufig sehr gut über ein Lob in Form von Futter. Es tut ja auch der Besitzerin oder dem Besitzer gut, wenn sich das Tier über den Leckerbissen freut. Manche Leckereien dienen zudem der Beschäftigung, wie zum Beispiel Kauknochen. Doch sind wirklich alle diese Gaben gesund für den Hund?
Hunde können an Gewicht zunehmen
Man sollte sich gut überlegen, wie viele Belohnungen am Tag gegeben werden. Es gibt nämlich immer mehr übergewichtige Hunde, was auch in der tierärztlichen Praxis häufig festgestellt wird. Wie beim Menschen gehen die überflüssigen Kilogramm nicht selten auf ein Zuviel des Guten zurück. Ich empfehle dir daher, ganz bewusst zu füttern. Das bedeutet nicht, dass gar keine Belohnungen mehr gegeben werden dürfen. Man sollte sich jedoch überlegen, wie viele Kilokalorien ein solcher Happen tatsächlich besitzt.
Ein Knochen aus Rinderhaut hat beispielsweise circa 700 Kilokalorien. Bei einem mittelgroßen Hund von 20 Kilogramm, der täglich überhaupt nur gut 1.200 Kilokalorien verbraucht, entspricht das bereits mehr als der Hälfte des gesamten Tagesbedarfs. Auch die beliebten Ohren vom Schwein haben circa 400 Kilokalorien und sind somit echte Kalorienbomben. Dazu bekommt der Hund oft noch seine normalen Mahlzeiten und weitere Belohnungen beim Training. Allein 95 Kilokalorien Energie mehr als nötig führen auf das Jahr gerechnet bereits zu einer Zunahme des Gewichts von einem halben Kilogramm.
Der richtige Zeitpunkt für eine Belohnung
Was kannst du tun, um die Belohnungshäppchen mit leichtem Gewissen geben zu können? Fachleute raten dazu, wenn man Trockenfutter nutzt, einen Teil der täglichen Ration zur Seite zu legen und diesen als Belohnung zu verwenden. Ansonsten sollte auf eine kalorienarme Nahrung geachtet werden. Wenn dein Hund Möhren oder Stücke vom Apfel frisst, ist das ideal, und du solltest es einfach einmal ausprobieren. Es kann jedoch vorkommen, dass sich das Tier für solche Gaben nicht ausreichend anstrengt. In diesem Fall könnte man den Vierbeiner mit getrocknetem Fleisch einer mageren Sorte motivieren, wie zum Beispiel mit Fleisch vom Strauß, vom Pferd oder vom Kaninchen.
- Bewusste Auswahl kalorienarmer Belohnungen wie Obst oder Gemüse
- Anrechnung der Leckerbissen auf die tägliche Gesamtfuttermenge
- Nutzung von magerem Trockenfleisch als gesunde Alternative
- Berücksichtigung des tatsächlichen Energieverbrauchs durch Bewegung
Kalorienreduzierte Produkte als Belohnung
Manche kleinen Leckereien besitzen den zusätzlichen Nutzen der Zahnpflege. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel gegeben wird, da selbst ein kalorienreduziertes Produkt beispielsweise 70 Kilokalorien haben kann. Für die Pflege der Zähne und die Entfernung von Belägen empfehlen wir übrigens rein natürliche Mittel, die durch Algenkraft wirken. Diese werden einfach unter das Futter gemischt und besitzen so gut wie keine Kalorien.
Es werden auch spezielle Produkte für die Diät angeboten, die jedoch nicht immer den genauen Energiegehalt angeben. Es sollten nicht mehr als 1,5 Megajoule pro 100 Gramm enthalten sein sowie maximal 5 Prozent Rohfett. Leider erfüllen bei Weitem nicht alle diese Produkte solche Anforderungen. Bitte bedenke: Extras liefern immer zusätzliche Kalorien, wenn auch weniger als herkömmliche Varianten. Im Endeffekt entscheidet die Summe aller Gaben.
Sind kleine Leckereien also gesund?
Es kommt ganz auf die Auswahl an. Bitte stelle an die kleinen Belohnungen die gleichen hohen Qualitätsansprüche wie an das eigentliche Hundefutter. Dann sind sie grundsätzlich in Ordnung. Ob ein Produkt kalorienreduziert ist oder nicht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle, da die Qualität der Inhaltsstoffe an erster Stelle stehen muss. Die gesamte Anzahl der Kalorien, die pro Tag gefüttert wird, ist jedoch entscheidend für die Gesundheit.
Bekommt dein Hund an einem Tag mit viel Training zum Beispiel viele Belohnungen, ist diese Menge unbedingt von der Hauptmahlzeit abzuziehen. Dabei sollte jedoch die tatsächlich geleistete Bewegung berücksichtigt werden. Bewegt sich der Hund beim Training sehr viel, kompensiert er die Gabe der Belohnungen eventuell durch den erhöhten Verbrauch an Kalorien. An ruhigeren Tagen sieht das jedoch ganz anders aus. Den Aufwand der genauen Berechnung ist es für die Gesundheit deines Tieres jedenfalls wert. Der Hund ist hierbei auf deine fürsorgliche Hilfe angewiesen, damit er fit und gesund bleibt.
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Die Inhalte der Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen nicht die Diagnose oder Behandlung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen auch nicht als eine solche verstanden werden.