Barfen für Einsteiger: Artgerechte Hundeernährung leicht gemacht
Viele Hundehalterinnen und Hundehalter fragen sich, was sie noch Gutes für ihren Hund tun können. Bei der Recherche stoßen sie oft auf das Futterkonzept der Rohfleischfütterung, das Barfen. Doch leider bleibt es meist bei der Vermutung, es sei zu aufwendig und zu teuer. Es wird weiter den Industriefutterherstellern vertraut, da der Kot des Hundes scheinbar in Ordnung ist und es ihm gut zu schmecken scheint. Doch spätestens nach der ersten Intoleranz oder einer Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, bei Zahnstein, Mundgeruch oder einer Niereninsuffizienz fragen sich viele, ob es nicht doch mit dem Futter zu tun haben könnte. Ich möchte dir dabei helfen, die Zusammenhänge besser zu verstehen.
Manchmal ist die Wahrheit über die Inhaltsstoffe herkömmlicher Futter erschreckend. Eine nicht artgerechte Ernährung kann schmerzhafte Folgen haben. Das betrifft in erster Linie die langfristige Gesundheit und das tägliche Wohlbefinden deines Hundes.
Muss ich meinen Hund unbedingt barfen
Ein Hund muss nicht zwangsläufig gebarft werden, obwohl es die natürlichste Form der Ernährung darstellt. Es gibt glücklicherweise auch einige gute Futtermittelhersteller in Deutschland. Diese sind jedoch oft weniger bekannt, da große Marken viel Werbung machen und komplexe Marketingstrategien einsetzen. Die Futtermittelindustrie ist ein Milliardenmarkt, und ihr Hauptziel ist oft, mit minimalem Aufwand den maximalen Gewinn zu erzielen.
Bevor man sich für eine Fütterungsart entscheidet, sollte man sich über die grundlegenden Bedürfnisse eines jeden Lebewesens informieren. Ein Hund braucht nicht nur Futter, sondern auch echte Beschäftigung und Bewegung. Die Vorstellung, das Futter selbst zuzubereiten, mag am Anfang überwältigend erscheinen. Der 15-Kilogramm-Sack Trockenfutter ist zwar bequem und kostengünstig, aber er stellt selten das Beste für das Tier dar. Ein Hund vertraut seinem Menschen, und seine Gesundheit hängt maßgeblich von dessen Entscheidungen ab.
Grundlegende Informationen zur Ernährung
Hunde sind überwiegend Fleischfresser, wenn auch nicht zu 100 Prozent, sondern eher zu etwa 70 bis 80 Prozent. Dennoch haben sie sich im Laufe der Evolution an einige Nahrungsmittel angepasst, die ihr Vorfahre, der Wolf, nicht vertragen würde. Dazu gehören beispielsweise stärkehaltige Nahrungsmittel. Etwa 20 bis 30 Prozent der wichtigen Nährstoffe erhält der Wolf, indem er seine Beute komplett verschlingt. Die Inhalte von Magen und Darm liefern Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und wichtige Ballaststoffe.
Das Aussehen und das Verhalten von Hunden mögen sich verändert haben, aber das Verdauungssystem und das Gebiss ähneln immer noch äußerst stark denen des Wolfes. Daher ist es wichtig, den Hund nicht wie einen kleinen Menschen zu behandeln, sondern seine biologische Herkunft fürsorglich zu respektieren.
Die Säulen einer gesunden Barf-Mahlzeit
Ein erwachsener Hund benötigt in der Regel etwa 2 Prozent seines Körpergewichts an Nahrung pro Tag. Welpen hingegen benötigen je nach Alter zwischen 4 und 6 Prozent ihres Gewichts. Das sind Richtwerte, die individuell an die Aktivität angepasst werden müssen.
Die wesentlichen Bestandteile einer artgerechten Fütterung sind folgende.
- Muskelfleisch als Hauptquelle für Energie und hochwertige Proteine
- Innereien zur Versorgung mit lebenswichtigen Vitaminen und Enzymen
- Rohe fleischige Knochen für natürliches Kalzium und die Zahnpflege
- Leicht gedünstetes Gemüse und reifes Obst als Ballaststoffquelle
- Hochwertige Öle zur Versorgung mit essenziellen Fettsäuren
Besonders hervorzuheben ist der grüne Pansen. Er ist äußerst reich an Vitaminen der Gruppen A, B, C, D und E. Zudem enthält er Fluor und Eisen. Hunde lieben den Pansen, obwohl der Geruch für uns Menschen gewöhnungsbedürftig ist. Ein absolutes Tabu ist rohes Schweinefleisch, da es den gefährlichen Aujeszky-Virus enthalten kann, der tödlich für Hunde sein kann.
Wichtige Details zu Gemüse und Knochen
Knochen sollten niemals gekocht verfüttert werden, da sie dann splittern und lebensgefährliche Verletzungen im Darm verursachen können. Gemüse dient als wichtige Ballaststoffquelle und sollte fein püriert oder gedünstet werden, damit der kurze Darm des Fleischfressers die Nährstoffe aufschließen kann. Geeignet sind Sorten wie Karotten, Zucchini, Kürbis oder Salat. Nachtschattengewächse wie Kartoffeln oder Tomaten sollten eher gemieden werden. Vor allem die Kartoffel enthält im rohen Zustand Stoffe wie Alpha-Solanin, die die Darmwand schädigen können.
Die Gefahren von industriellem Trockenfutter
Trockenfutter entzieht dem Körper des Hundes massiv Feuchtigkeit. Ein 10 Kilogramm schwerer Hund müsste circa 2,5 Liter Wasser pro Tag trinken, um diesen Verlust auszugleichen. Da kaum ein Hund diese Menge trinkt, entsteht ein chronischer Wassermangel, der die Nieren, die Gelenke und die Bandscheiben schädigt. Zudem verweilt Trockenfutter bis zu 14 Stunden im Darm, was das Risiko für einen durchlässigen Darm erhöht. In unserer ganzheitlichen Betrachtung ist das eine große Belastung für den Organismus.
Die Behauptung, dass Trockenfutter die Zähne reinigt, ist schlichtweg falsch. Der hohe Anteil an Kohlenhydraten, die im Maul in Zucker umgewandelt werden, fördert vielmehr die Bildung von Zahnstein und schadet dem Zahnfleisch. Laut Studien haben Hunde, die mit Industriefutter ernährt werden, eine bis zu 32 Monate verringerte Lebenserwartung. Das sind fast 3 Jahre wertvolle Lebenszeit, die verloren gehen.
Unser Fazit zur artgerechten Fütterung
Fertignahrung bleibt oft ein Kompromiss auf Kosten des Tieres. Barfen hingegen ist die ursprüngliche Ernährungsform unserer Hunde, egal ob es sich um einen kleinen Chihuahua oder einen großen Schäferhund handelt. Grundsätzlich verträgt jeder Hund diese Form der Fütterung, wenn die Umstellung mit Geduld und Sachverstand erfolgt. Die Gesundheit deines Hundes liegt in deiner Hand, und wir unterstützen dich gerne mit unserer Expertise.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und der fürsorglichen Aufklärung über eine artgerechte Hundehaltung. Bei speziellen Fragen sollte immer eine zertifizierte Ernährungsberatung für Hunde hinzugezogen werden.
Unsere tägliche Inspiration sind die besonderen Momente mit unseren Hunden. Hier teilen wir diese Begeisterung und laden dazu ein, auch auf unseren Socials Teil der DOG FIT Community zu werden.
Die Inhalte der Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen nicht die Diagnose oder Behandlung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen auch nicht als eine solche verstanden werden.