Ein leichter Eigengeruch ist normal. Ein starker oder neuer Geruch hat dagegen meist eine Ursache, die man finden und angehen kann.
Warum stinken alte Hunde? Ursachen und was du tun kannst
Warum stinken alte Hunde? Meist steckt etwas Konkretes dahinter: am häufigsten Zahnbelag und Zahnstein im Maul, außerdem Haut, Ohren, Analdrüsen oder Urin im Fell. Dazu kommt, dass sich ältere Hunde weniger gründlich selbst putzen. Ein neuer, starker oder anhaltender Geruch kann allerdings auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein und gehört deshalb in die Tierarztpraxis.
Warum stinken alte Hunde, und woher kommt der Geruch?
| Woher der Geruch kommt | Häufige Ursachen und was du bemerkst |
|---|---|
| Maul | Zahnbelag, Zahnstein und entzündetes Zahnfleisch; Bakterien bilden dabei übel riechende Schwefelverbindungen. Deshalb bemerkst du fauligen Atem und oft auch sichtbaren Zahnstein. |
| Haut und Fell | Bakterien oder Hefepilze auf der Haut, feuchte oder verfilzte Haare, Hautfalten. Der Hund riecht dann muffig, außerdem kratzt er sich oft oder hat gerötete Stellen. |
| Ohren | Entzündete Ohren riechen deutlich. Typisch sind zudem Kopfschütteln, Kratzen am Ohr und Ausfluss. |
| Hinterteil | Volle oder entzündete Analdrüsen, Kot im Fell. Typisch sind dabei Rutschen auf dem Po und häufiges Lecken. |
| Urin | Urin, der nicht mehr gut gehalten wird, oder eine Blasenentzündung. Dadurch bemerkst du nasse Liegeplätze und Geruch am Hinterteil. |
| Atem und ganzer Körper | Seltener stecken Allgemeinerkrankungen dahinter, zum Beispiel der Nieren. Dann kommen jedoch meist weitere Veränderungen dazu, etwa beim Trinken oder beim Gewicht. |
Warum riechen ältere Hunde oft stärker?
Mit den Jahren kommen mehrere Dinge zusammen. Zunächst sammelt sich im Maul über lange Zeit Zahnbelag an, der zu Zahnstein wird. Außerdem sind viele Senioren weniger beweglich und kommen deshalb an manche Stellen nicht mehr gut heran, vor allem am Hinterteil. Zudem liegen ältere Hunde mehr, sodass Liegeplatz und Fell schneller muffig werden.
Manche Halter empfinden übrigens auch einen ganz normalen Hundegeruch als störend. Wenn dein Hund gepflegt ist und sonst nichts auffällt, kann das schlicht der Eigengeruch sein.
Wann sollte ich mit meinem alten Hund zum Tierarzt?
Lass den Geruch tierärztlich abklären, wenn er neu ist, sehr stark wird oder trotz guter Pflege bleibt. Das gilt besonders, wenn dir zusätzlich etwas auffällt, etwa Wunden, gerötete Haut, Ohrenprobleme oder Veränderungen beim Fressen, Trinken oder Gewicht. Für die Zähne empfehlen Tierzahnärzte außerdem regelmäßige Kontrollen, damit Zahnstein früh entfernt werden kann.
Was kannst du selbst gegen den Geruch tun?
- Zähne pflegen: Tägliche Zahnpflege hält den Belag gering, denn so kann er gar nicht erst hart werden. Lass dich in der Tierarztpraxis zu geeigneter Zahnpflege beraten; es gibt dafür auch speziell geprüfte Kauartikel und Pflegeprodukte.
- Fell bürsten: Regelmäßiges Bürsten entfernt Schmutz und lose Haare. Zudem zeigt es dir früh, ob die Haut gerötet ist.
- Richtig baden: Wenn Baden nötig ist, nimm ein Hundeshampoo. Shampoo für Menschen ist dagegen nicht für Hundehaut gemacht. Trockne deinen Hund danach gut ab, vor allem Hautfalten.
- Hinterteil sauber halten: Hilf deinem Senior deshalb dort, wo er selbst nicht mehr hinkommt, zum Beispiel mit einem feuchten Tuch.
- Ohren kontrollieren: Schau regelmäßig in die Ohren und rieche daran. Veränderungen sprichst du anschließend am besten früh in der Praxis an.
- Liegeplatz waschen: Wasche Decken und Kissen regelmäßig, denn dort sammelt sich viel Geruch.
Ab wann ist ein Hund alt?
Ab wann ein Hund als Senior gilt, hängt stark von Größe und Rasse ab. Große und schwere Rassen altern deutlich früher als kleine. Deshalb lohnt es sich, nicht auf eine bestimmte Zahl zu warten, sondern auf die Zeichen zu achten: Dein Hund wird ruhiger, schläft mehr, steht langsamer auf, hört oder sieht schlechter.
Was brauchen alte Hunde sonst noch?
- Bewegung mit Maß: Ruhige, regelmäßige Spaziergänge sind besser als wilde Spiele. Schnüffeln und kleine Suchspiele beschäftigen zudem den Kopf.
- Rücksicht bei Hitze: Meide an heißen Tagen deshalb die Mittagszeit und stelle immer frisches Wasser bereit.
- Rücksicht auf die Sinne: Hört dein Hund schlechter, nähere dich so, dass er dich sieht. Viele Hunde lernen Handzeichen schnell, auch im Alter.
- Ein guter Liegeplatz: Er sollte vor allem weich, warm und ohne Zugluft sein.
- Fütterung im Blick: Viele Senioren vertragen leicht verdauliches Futter besser. Verändert sich das Gewicht, lohnt ein genauer Blick, mehr dazu in unserem Beitrag über alte Hunde, die trotz Fressen abnehmen.
- Regelmäßige Checks: Ein Gesundheitscheck in der Tierarztpraxis hilft schließlich, Veränderungen früh zu erkennen.
Häufige Fragen
Ist es normal, dass alte Hunde stinken?
Warum riecht mein alter Hund so stark aus dem Maul?
Meist liegt es an Zahnbelag, Zahnstein oder entzündetem Zahnfleisch. Lass die Zähne deshalb in der Tierarztpraxis kontrollieren.
Hilft es, meinen alten Hund öfter zu baden?
Baden mit Hundeshampoo gehört zur Pflege. Kommt der Geruch aber schnell wieder, liegt die Ursache meist woanders, zum Beispiel im Maul, in den Ohren oder am Hinterteil.
Darf ich Shampoo für Menschen nehmen?
Besser nicht, denn Hundehaut ist anders als Menschenhaut. Nimm stattdessen ein mildes Hundeshampoo.
Quellen
- Hunter T., Bellows J. (VCA Animal Hospitals): Halitosis in Dogs (englisch), Stand 2023.
- Barchas E. (Tierarzt): Bad Smelling Cat or Dog (englisch).
Ein alter Hund hat sich jede Pflege verdient. Mit ein paar festen Handgriffen im Alltag riecht er wieder angenehm, und du merkst früh, wenn ihm etwas fehlt.
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Die Inhalte der Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen nicht die Diagnose oder Behandlung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen auch nicht als eine solche verstanden werden.