Zughundesport, Dogscooter & Co – Hundesporttrends auf einen Blick
Dass es vielen Hunderassen keineswegs genügt, nur als Familienhund auf dem Sofa zu liegen oder als Hofhund im Garten zu lümmeln, wird immer mehr Hundehalterinnen und Hundehaltern bewusst. Deshalb nutzen viele Hundefreunde den Hundesport, um ihren vierbeinigen Freund angemessen auszulasten. Neben den bekannteren Sportarten wie der Schutzhundeausbildung, Agility und Ähnlichem drängt sich dabei zusehends ein hierzulande relativ neuer Trend in den Vordergrund: der Zughundesport. Ob beim Joggen, mit dem Rad oder einem speziellen Wagen – nicht nur Huskys haben viel Spaß an der Zugarbeit. Wir geben dir einen kleinen Überblick über diesen vielseitigen Sport.
Warum ausgerechnet Zughundesport
Mushing ist der Fachbegriff für den Zughundesport und stammt aus einer Region, in der die verschneite Landschaft nur mit Hilfe von Gespannen erreicht werden konnte. Diese Form der Arbeit war dem Hund nahezu in die Wiege gelegt. Die enge Zusammenarbeit im Rudel und mit der führenden Person sowie die weiten Laufstrecken entsprachen den natürlichen Bedürfnissen der Tiere. Dennoch blieb die Zughundearbeit lange Zeit eine Randerscheinung. Erst in neueren Zeiten, als das Thema artgerechte Auslastung und Beschäftigung für den Familienhund immer mehr in den Fokus rückte, wurde auch der Zughundesport von einer breiteren Masse entdeckt.
Im Gegensatz zu anderen Sportarten, die sich meist eher auf einen bestimmten Aspekt wie Gehorsam oder Geschicklichkeit beschränken, ist der Zughundesport breiter aufgestellt. Zum einen hat der Hund die Möglichkeit, seine angeborene Lauffreude zu nutzen und seinen arttypischen Trieb in einem sinnvollen Rahmen auszuleben. Zum anderen ist eine enge Zusammenarbeit im Team aus Mensch und Hund erforderlich, wodurch die Bindung gestärkt wird. Das Training kann auf Ausdauer oder Geschwindigkeit ausgerichtet werden, wobei stets Kopf und Körper des Hundes gleichermaßen gefordert sind.
Eignung anderer Rassen für diesen Sport
Wer vom Zughundesport hört, denkt meist automatisch an Huskys. Tatsächlich wurden Schlittenhunde über lange Zeit zu perfekten Zughunden gezüchtet, da sie lauffreudig, ausdauernd und robust sind. Allerdings darf man nicht vergessen, dass diese Hunde hierzulande mit anderen Problemen zu kämpfen haben. Ihr dichtes Fell sorgt in unseren Regionen eher dafür, dass sie überhitzen und dadurch nur noch bedingt leistungsfähig sind. Deshalb öffnet sich die Szene zunehmend für andere Rassen. Auch einige der großen Jagdhunderassen wie der Deutsch Drahthaar oder Pointer haben sich als sehr geeignet erwiesen. Streng genommen ist fast jeder Hund ab einer gewissen Größe für die Zugarbeit geeignet, um seinen Bewegungsdrang auszuleben.
Eine feste Faustregel für die Größe oder das Gewicht gibt es nicht. Hier entscheiden die Auswahl der Variante, das gewählte Gefährt und das Gewicht des Halters. Zum Wohl des Tieres müssen jedoch bestimmte Grundeigenschaften erfüllt sein. Dazu gehört eine gewisse Körperkraft, damit es dem Hund überhaupt möglich wird, die Arbeit zu leisten. Natürlich sollte der Hund zudem ausgewachsen sein, damit besonders die Gelenke eine gewisse Grundstabilität erreicht haben, bevor sie belastet werden. Vorsicht ist bei einer Neigung zu Erkrankungen wie Arthrose oder Hüftgelenkdysplasie geboten. Hier empfiehlt es sich, zunächst Rücksprache mit einer tierärztlichen Praxis zu halten, bevor mit dem Sport begonnen wird. Auch das Herz-Kreislauf-System des Hundes sollte vor Beginn des Trainings sicherheitshalber durchgecheckt werden.
Ausrüstung für den Einstieg
Um Zughundesport ausüben zu können, reicht ein geeigneter Hund allein nicht aus. Auf jeden Fall braucht es ein spezielles Zuggeschirr, das die Belastung gleichmäßig und gesundheitsschonend auf den Körper verteilt. Zudem ist eine elastische, ruckdämpfende Leine notwendig. Zusätzlich muss ein entsprechendes Zuggefährt gewählt werden, das zum Trainingszustand passt. In unserer ganzheitlichen Betrachtung legen wir großen Wert darauf, dass die Ausrüstung die Anatomie des Hundes respektiert.
- Spezielles Zuggeschirr für eine optimale Druckverteilung am Brustkorb
- Elastische Leine mit Ruckdämpfung zur Schonung der Wirbelsäule
- Stabile Befestigung am Gefährt mittels einer speziellen Antenne
- Gute Ausrüstung für den Menschen wie Helm und passende Handschuhe
Zughundesport zu Fuß
Diese Variante wird immer beliebter, wobei Hund und Halter im Team im Gelände unterwegs sind. Sie sind durch eine elastische Zugleine verbunden, die am Geschirr des Hundes und am Bauchgurt des Menschen angebracht ist. So geht es ins Gelände, wobei der Hund einen Großteil des Vorwärtszugs übernimmt. Dadurch können erstaunliche Geschwindigkeiten von bis zu 30 Kilometern pro Stunde erreicht werden. Diese Form ist ideal als Einstieg geeignet, um den Hund mit der Arbeit bekannt zu machen.
Zughundesport mit dem Fahrrad
Hierbei wird der Hund mit Zuggeschirr und Ruckdämpferleine an einer speziellen Antenne am Rad befestigt. Diese verhindert, dass sich die Leine ins Rad zieht, was zu schweren Unfällen führen könnte. Der Hund nimmt vor dem Fahrrad Zug auf, während sein Mensch ihn unterstützen kann, indem er in die Pedale tritt. Dadurch lässt sich der Trainingseffekt gut steuern und einer Überbelastung fürsorglich entgegenwirken. Es empfiehlt sich zudem, einen Notverschluss anzubringen, der es ermöglicht, das Team im Ernstfall schnell zu trennen.
Zughundesport mit dem Tretroller
Das Fahren mit dem Tretroller unterscheidet sich nur in wenigen Punkten vom Radfahren. Es handelt sich um einen speziellen, besonders stabilen Roller mit tiefliegendem Schwerpunkt. Der Hund kann hierbei weniger entlastet werden als beim Fahrradfahren, weshalb die Belastung höher ist. Der Hund arbeitet häufig leicht gegen die Bremse, was viel Kraft erfordert. Auch hier sind eine Antenne, ein gutes Geschirr und eine spezielle Leine unerlässlich für die Sicherheit im Gelände.
Zughundesport mit dem Tretschlitten
Da der Wunsch, den Winter gemeinsam mit dem Hund zu genießen, groß ist, hat sich der Tretschlitten etabliert. Dies ist eine leichte Schlittenvariante, die von nur einem Hund gezogen werden kann. Er ist bereits bei einer leichten Schneedecke gut gleitfähig. Für diese Variante braucht es unbedingt eine geeignete Bremsmatte, da solche Modelle häufig keine integrierte Bremsvorrichtung besitzen.
Weitere Zuggefährte für kräftige Hunde
Neben den genannten Möglichkeiten gibt es zahlreiche andere Gefährte. Ein spezieller Wagen eignet sich in erster Linie für kräftige und zugstarke Hunde. Es handelt sich dabei um ein vierrädriges Gefährt, auf dem der Hundeführer sitzt und die Tiere nicht aktiv unterstützen kann. Erwähnenswert ist auch der zweirädrige Wagen oder eine dreirädrige Variante, auf der man steht. Das Gute an der großen Auswahl ist, dass jede interessierte Person ein Gefährt finden kann, das den Fähigkeiten ihres Hundes entspricht.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Besuch in einer tierärztlichen Praxis. Bei Fragen zur körperlichen Belastbarkeit sollte immer fachlicher Rat eingeholt werden.
Unsere tägliche Inspiration sind die besonderen Momente mit unseren Hunden. Hier teilen wir diese Begeisterung und laden dazu ein, auch auf unseren Socials Teil der DOG FIT Community zu werden.
Die Inhalte der Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen nicht die Diagnose oder Behandlung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen auch nicht als eine solche verstanden werden.