Tückisch und lästig – Milben

Milben sind klein, lästig und tückisch – und sie zählen zu den häufigsten Auslösern allergischer Erkrankungen bei unseren Hunden. Es gibt tausende Arten, doch für Hundehalter sind vor allem zwei Gruppen relevant: die Hausstaubmilbe und die Futtermilbe. Da sie mit bloßem Auge (Größe bis zu 0,5 mm) kaum zu erkennen sind, werden sie oft erst bemerkt, wenn der Hund bereits starke Symptome zeigt.
Wo lauern die Plagegeister?
Hier muss unterschieden werden, da die Milben unterschiedliche Lebensräume bevorzugen:
- Futtermilben: Sie kommen häufig in trockenem Getreide, Mais und leider oft in Trockenfutter vor, das zu lange oder falsch (offen, feucht) gelagert wurde. Sie ernähren sich von pflanzlichen Stoffen und Schimmelsporen.
- Hausstaubmilben: Sie leben in der Umgebung des Hundes (Teppiche, Hundebett) und ernähren sich von Hautschuppen und organischen Abfällen von Mensch und Tier.
Symptome: Juckreiz und Ohrenprobleme
Hunde reagieren meist über die Haut auf die Allergene (den Kot der Milben). Ein ganz typisches erstes Warnzeichen sind entzündete Ohren (Otitis externa), da die Haut im Ohr besonders empfindlich ist und das feucht-warme Klima Milben und Bakterien begünstigt. Wenn es zu wiederholten Ohrenentzündungen kommt, sollte eine Allergie ganz oben auf der Liste der Verdächtigen stehen.
Die Reaktion ist oft heftig: Der Hund kratzt sich blutig, beleckt die Pfoten oder rutscht auf dem Po. Durch das ständige Kratzen wird die Hautbarriere zerstört, was Bakterien und Hefepilzen (Malassezien) Tür und Tor öffnet. Es entstehen sogenannte Sekundärinfektionen, die extrem jucken und riechen.
Behandlung und Therapie
Der Tierarzt wird meist einen Allergietest (Bluttest oder Intrakutantest) durchführen, um den genauen Auslöser zu finden. Ist der Übeltäter identifiziert, gibt es verschiedene Wege:
- Immuntherapie (Desensibilisierung): Hier wird das Immunsystem des Hundes langsam an den Auslöser gewöhnt. Die Erfolgsaussichten liegen bei etwa 70 bis 80 Prozent, erfordern aber Geduld.
- Medikamente: In der Akutphase werden oft Juckreizstiller (Antihistaminika, Apoquel oder Cytopoint) eingesetzt.
- Vorsicht bei Kortison: Oft wird schnell Kortison gespritzt. Das lindert zwar sofort den Juckreiz, schwächt aber auch die körpereigene Abwehr in der Haut. Gerade wenn schon Bakterien oder Pilze im Spiel sind, kann Kortison das Problem langfristig verschlimmern.
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